Wie sieht die Zukunft mit dem Masterplan Ladeinfrastruktur II aus?

Die Treibhausgasemissionen drastisch zu reduzieren, um die Klimawandel zu verlangsamen oder sogar aufzuhalten ist ein sehr ambitioniertes Ziel der Regierung, das jedoch alternativlos ist. Nachhaltigkeit ist ein allgegenwärtiges Thema.

Wenn die Zukunft des Planeten und kommender Generationen gesichert sein und nicht im Chaos versinken soll, ist sofortiges Handeln unerlässlich. Auch die Energie-Architekten von ENNAGY haben tragen ihren Teil bei und befähigen Kunden und Partner zur Nutzung erneuerbarer und dezentraler Energie immer und überall.

Was ist der Hintergrund des Masterplan Ladeinfrastruktur II?

Der Verkehr muss seinen Beitrag leisten, sonst wird das Ziel der Klimaneutralität Deutschlands bis 2045 verfehlt. Ab 2035 sollen daher keine neuen Fahrzeuge mit Verbrennermotor mehr zugelassen werden. Immer wieder taucht in den Medien ein Vergleichswert auf, der für CO2-Emissionen angestrebt wird. Dieser beträgt 48% der Treibhausgasemissionen des Verkehrs bis 2030 gegenüber dem Jahr 1990.

Im historischen Verlauf betrachtet sinken die Emissionen tatsächlich seit 1990 in der langfristigen Betrachtung. Betrachtet man den Verlauf für Kohlendioxid in dieser Grafik, so erscheint das Ziel für 2030 auf 48% zu kommen als möglich, jedoch anspruchsvoll. Die Reduktion der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und Energieträgern ist hierbei ein positiver Effekt, dessen Notwendigkeit die aktuelle Situation des Ukraine-Krieges verstärkt in den Fokus gerückt hat.

Ist ein Umstieg auf nachhaltige Antriebe in Zukunft realistisch?

Technologisch sind batterieelektrische Fahrzeuge heute absolut serienreif. Dies bietet enormes Potential für die Einsparung von Treibhausgasemissionen in der Zukunft. Elektrische PKW sind bereits weit verbreitet. Elektrische LKW rücken aktuell zunehmend in den Fokus von Politik und Wirtschaft.

Die Energiearchitekten von ENNAGY erreichen zunehmend Anfragen für die Integration von Ladeinfrastruktur mit Fokus auf die Nutzung von elektrischen LKW. Dabei gibt es einige Dinge zu beachten, wobei die Umsetzung jedoch lediglich etwas größer dimensioniert ist als bei einem elektrischen Fuhrpark bestehend aus E-PKW.

Was konkret beinhaltet der Masterplan Ladeinfrastruktur II?

Das übergeordnete Ziel des Masterplans ist der Umstieg in Richtung Elektromobilität möglichst simpel zu gestalten. Inhaltlich thematisiert werden verschiedene, zukünftige Maßnahmen in folgenden Bereichen: Die Vernetzung, die Organisation, die finanzielle Unterstützung, sowie die Digitalisierung der Elektromobilität und die Vereinfachung von Prozessen in der alltäglichen Nutzung, wozu auch bessere Navigationssysteme zählen.

Transparenz und bessere Planungen des Stromnetzes gehören ebenfalls dazu. Dies bedeutet einen besseren Datenaustausch und damit eine verstärkte Kontrolle und Sicherheit der Stromnetze. Damit einher geht auch die Digitalisierung von Anbietern, Anwendungen, Konsumenten und Dienstleistern.

Was bedeutet der Masterplan für die Kunden und Partner von ENNAGY?

Die Digitalisierung des Stromnetzes schreitet voran

Ein wichtiger Knackpunkt für die Elektromobilität ist das Stromnetz. Es bietet immer wieder Gesprächsstoff für Diskussionen. Das Wissen über den Aufbau und den Zustand soll verbessert werden. Zudem ist die Planung von Ladeinfrastruktur mehr mit Blick auf das Stromnetz auszurichten. Hierfür benötigen wir eine fortschreitende Digitalisierung des Stromnetzes.

ENNAGY geht diesen Weg im Rahmen der eigenen Möglichkeiten bereits. Mit Hilfe des DIVE überprüfen wir die Zuleitungen des Gebäudes, sowie die Elektrotechnik im Gebäude und richten die Ladeinfrastruktur und das Lastmanagement entsprechend der Kapazitäten am Standort aus.

Unser Fokus liegt auf maximaler Flexibilität & Nutzbarkeit bei minimalem Impact auf das Stromnetz. Dabei sind wir mit unseren Partnerfirmen im Bereich der Hardware immer im Gespräch um neue und bessere Technologien einsetzen zu können. Damit leistet ENNAGY einen Beitrag zur Reduktion von Störungen im Stromnetz.

Steuerbarkeit des Stromnetzes und bidirektionales Laden

In Zukunft werden gewisse Strommengen „abseits“ des Stromnetzes in Autos, LKWs und anderen Fahrzeugen von A nach B transportiert. Der Strom wird also an einer Stelle in den Akku geladen und an einer anderen Stelle wieder entladen, was bei Pendlerstrecken oder beliebigen Fahrtrouten der Fall sein.

Um mit diesem Strom abseits der Netze effizient zu arbeiten ist es notwendig zu wissen, wo wie viel Strom entnommen und wieder eingespeist wird. Die Energie-Architekten sind aktuell mit der Verknüpfung aller Komponenten im Strommarkt am Puls der Zeit. Wir verknüpfen Ladeinfrastruktur mit PV, Speichern und allen anderen Verbrauchern und Erzeugern im Gebäude.

Elektrische Busse und E-LKW

Elektrische Busse und E-LKW werden in Q1 2023 in den Fokus der Regierungen in der EU rücken. Die europäische Union wird die Herausforderung einer einheitlichen und flächendeckenden Ladeinfrastruktur für E-LKW und E-Busse gemeinsam angehen. Die gute Nachricht: Die Technologie existiert bereits. Die Stecker und die Elektrotechnik sind heute bereits vorhanden und werden für E-PKW, genauso wie für E-LKW und E-Busse eingesetzt.

Die zugehörige Speichertechnologie ist ebenfalls bereits vorhanden. Diese wird benötigt, um das Stromnetz zu entlasten und Lastspitzen, bzw. teure Netzausbauten zu verhindern.
Der notwendige Ausbau soll allerdings nicht auf gut Glück erfolgen, sondern durch anonymisierte Maut-Daten wird eine Bedarfsplanung zugrunde gelegt. In Q1/2023 ist für dieses Thema eine neue Förderung angedacht.

Übrigens bietet ENNAGY bereits heute unterschiedliche Lösungen für die Ladung von E-LKW oder Bussen an. Wir setzen auf flexibel kombinierbare Hardware und leistungsstarke Software im Hintergrund. Dabei kommt uns unser Know-How in den Bereichen der E-Mobilität (Hard- und Software), PV & Elektrotechnik zu Gute.

Vereinfachung von Genehmigungsverfahren

Manchmal ist es nicht möglich, Ladeinfrastruktur im benötigten Ausmaß zu errichten, ohne die Leistungskapazitäten des Stromnetzes zu erweitern. Dies kann mit einem Transformator auf dem Grundstück des Unternehmens geschehen. Vorher prüft ENNAGY selbstverständlich alle anderen Möglichkeiten. Diverse Nebenanlagen für Ladeinfrastruktur sollen ab Q2/2023 ohne ein Genehmigungsverfahren realisiert werden dürfen. Dazu gehören Überdachungen, Nebengebäude oder eben Trafos.

Die Nutzung gewerblicher Parkplätze außerhalb der Öffnungszeiten

Ladungen außerhalb der Öffnungszeiten / Nutzung des firmeneigenen Parkplatzes sind ein beliebtes Mittel, um die Ladeinfrastruktur zu refinanzieren und eine passive Einkommensquelle zu generieren. Hierfür ist ein Leitfaden angedacht, denn dabei spielen beispielsweise immer wieder rechtliche und haftungsrelevante Themen eine Rolle. Das Ziel der Bundesregierung ist mehr Gewissheit und Beständigkeit.

Ladeinfrastruktur in Tiefgaragen und außerhalb von Gebäuden

Rechtliche Sicherheit ist durch die Überarbeitung des GEIG (Gebäude- Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz), sowie die Klärung der Verhältnisse von Stellplätzen in Bruchteilseigentum angestrebt.

Zukünftig sind Gebäude vorausschauend auf die Nutzung durch E-Mobilität vorzubereiten. Zudem steht eine Prüfung aus, die erwägt, wie Strom aus Photovoltaik-Anlagen noch einfacher in Elektrofahrzeugen nutzbar ist. Unabhängig davon, ob es sich um eigene oder um Fahrzeuge Dritter handelt. Eine sehr interessante Entwicklung für quasi jedes gewerblich genutzte Gebäude mit der Möglichkeit, Ladeinfrastruktur in Tiefagaragen zu verwirklichen. ENNAGY prüft dies gerne.